Laptop versenden: Akku-Regeln, Verpackung und Versicherung
Ein Laptop ist für Paketdienste gleich doppelt heikel: Der Lithium-Ionen-Akku fällt unter die Gefahrgutregeln, und der Bildschirm bricht bei einem Sturz schneller als jedes Gehäuse. Ob Sie das Gerät verkaufen, zur Reparatur schicken oder an einen Kollegen weitergeben, die Regeln sind dieselben. Dieser Ratgeber zeigt, was DHL, Hermes, DPD, GLS und UPS beim Akku erlauben, wie Sie richtig verpacken, was Sie vorher mit Ihren Daten tun und wie Sie den Wert mit einer Paketversicherung absichern.
Das Wichtigste in Kürze
- DHL Paket national: Laptop mit eingebautem Akku bis 100 Wh erlaubt. Beschädigte oder defekte Akkus sind ausgeschlossen.
- Ausland: Bei DHL sind Gefahrgüter für Privatkunden im internationalen Versand grundsätzlich ausgeschlossen. Klären Sie den Laptopversand ins Ausland vorab.
- Hermes und GLS schließen Gefahrgut in ihren AGB aus. Für Laptops ist DHL der klarste Weg.
- Verpackung: Originalkarton oder Karton im Karton mit mindestens 6 cm Polster.
- Haftung: DHL 500 €, Hermes höchstens 500 € Warenwert, DPD 520 €, GLS 750 €.
Stand: Gefahrgutregelungen DHL (Stand 07/2025), AGB Hermes (18.02.2026), DPD (01/2025), GLS (09/2026), abgerufen am 17.10.2026.
Darf ich einen Laptop mit Akku verschicken?
Lithium-Ionen-Akkus im Gerät haben die UN-Nummer 3481. Für den Paketversand gilt in Deutschland die Sondervorschrift 188 des ADR: kleine Akkus bis 100 Wattstunden sind unter Bedingungen erleichtert zugelassen. Die Angabe in Wattstunden steht auf dem Akku oder im Datenblatt des Herstellers.
| Versanddienst | Laptop mit eingebautem Akku | Einzelner Akku |
|---|---|---|
| DHL Paket national | Erlaubt bis 100 Wh je Akku. Das Gerät darf sich nicht versehentlich einschalten. Ab drei Geräten mit Akku ist eine Kennzeichnung nach ADR nötig | Bis 100 Wh mit Kennzeichnung und Innenverpackung |
| DHL international (Privatkunden) | Gefahrgüter grundsätzlich ausgeschlossen, vorab klären | Nicht möglich |
| Hermes | AGB schließen Sendungen aus, die Gefahrgutvorschriften unterliegen. Keine ausdrückliche Regel für Laptops | Ausgeschlossen |
| DPD | Gefahrgut nur nach besonderer Vereinbarung, besondere Vorschriften für Akkus bis 100 Wh | Nur mit Vereinbarung |
| GLS | „Gefährliche Güter aller Art" ausgeschlossen | Ausgeschlossen |
| UPS | Akku darf nicht beschädigt, defekt oder von einem Rückruf betroffen sein. Reparaturgeräte nach Empfehlung von UPS möglichst ohne Akku | Nur mit Gefahrgutvertrag, wenn Gefahrgutpapiere nötig sind |
Beschädigte, aufgeblähte oder defekte Akkus sind bei allen Diensten ausgeschlossen, auch im Gerät. Wenn Ihr Laptop wegen eines Akkuproblems zur Reparatur geht, fragen Sie den Hersteller oder die Werkstatt nach einem eigenen Versandweg.
Angenommen, ein kleiner IT-Dienstleister schickt einen Firmenlaptop zur Reparatur, weil das Touchpad sich wölbt. Die Ursache ist ein aufgeblähter Akku, und genau dieser Akku ist vom Versand ausgeschlossen. Kommt es unterwegs zu einem Schaden, trägt der Absender das Risiko, denn er hat ein Gefahrgut aufgegeben, das kein Paketdienst annimmt. Ein Anruf bei der Werkstatt vor dem Versand hätte das geklärt.
Richtig verpacken
- Originalkarton mit der Innenpolsterung des Herstellers ist die beste Lösung.
- Ohne Originalkarton: Karton im Karton. DHL empfiehlt rundum 6 cm Polster um das Gerät im inneren Karton und einen Außenkarton, der in allen Maßen mindestens 14 cm größer ist als der innere.
- Gerät vollständig ausschalten, nicht nur zuklappen, und den Einschaltknopf gegen versehentliches Drücken sichern.
- Netzteil und Zubehör separat einwickeln, damit nichts gegen den Bildschirm drückt. Bei einer Reparatur nur das schicken, was die Werkstatt verlangt. Apple zum Beispiel sendet Netzteile und Zubehör nicht zurück.
- Kein Luftpolsterumschlag, auch nicht für ein dünnes Gerät.
- Neutral beschriften: kein Herstellerlogo und kein Hinweis auf Elektronik außen auf dem Karton.
- Fotos vom Gerät, vom Inhalt im offenen Karton und vom verschlossenen Paket.
Schritt 4 klingt nebensächlich, ist es aber nicht. Ein Beispiel: Ein Händler für generalüberholte Notebooks verschickt ein 16-Zoll-Gerät für 1.400 € im Karton mit wenig Polster, das Netzteil liegt lose obendrauf. Bei einem Stoß drückt die Kante des Netzteils auf den Deckel, und das Display hat einen Riss. Gerät und Zubehör getrennt eingewickelt, mit 6 cm Polster rundherum, hätten den Stoß abgefangen.
Vor dem Versand: Daten sichern und löschen
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt, vor Verkauf oder Reparatur:
- eine Datensicherung zu machen und zu testen, ob sie sich wiederherstellen lässt;
- die Daten zu löschen, wenn das Gerät verkauft wird. Ein einfaches Zurücksetzen auf Werkseinstellungen kann Daten wiederherstellbar lassen. Bei verschlüsselten Datenträgern reicht es, die Schlüssel sicher zu löschen;
- bei SSDs das Löschwerkzeug des Herstellers zu verwenden (Secure Erase), wie die Verbraucherzentrale rät.
Bei einer Reparatur reicht oft eine Sicherung und die Abmeldung von „Wo ist?" bei Apple, ab macOS 27 der von Apple vorgesehene Reparaturmodus. Eine Versicherung ersetzt nur das Gerät, nicht verlorene Daten.
Was die Paketdienste ersetzen
| Versanddienst | Haftung | Höherversicherung |
|---|---|---|
| DHL Paket | 500 € | Transportversicherung: 6,99 € bis 2.500 €, 19,99 € bis 25.000 € |
| Hermes | Warenwert höchstens 500 € je Paket | Nicht möglich. Ein Laptop über 500 € liegt außerhalb der Bedingungen |
| DPD | 520 € | Bis 13.000 €, meist nicht im Paketshop und nicht online |
| GLS | 750 € | Pakete über 5.000 € ausgeschlossen |
| UPS | 510 € je Sendung oder 8,33 Sonderziehungsrechte je kg | Deklarierter Wert: 1 %, mindestens 8,85 € (ab 07.06.2026) |
Mehr zu den Grenzen der einzelnen Dienste zeigen unsere Vergleiche zur Haftung von DHL, zur Höherversicherung bei DPD und zur FedEx-Versicherung für Elektronik.
Typische Fälle: Reparatur, Verkauf, Rücksendung
- Reparatur beim Hersteller: Apple schickt für die Reparatur einen Karton mit Rücksendeetikett und weist darauf hin, dass Apple für Transportschäden auf dem Weg nicht verantwortlich ist. Fotografieren Sie das Gerät deshalb vor dem Einpacken.
- Verkauf auf Kleinanzeigen oder eBay: Bei Kleinanzeigen sind DHL und Hermes die Versandpartner, bei eBay erhalten Sie ein DHL- oder DPD-Etikett. Bei Hermes gilt die Grenze von 500 € Warenwert.
- Weitergabe im Unternehmen: Firmengeräte mit Kundendaten gehören versichert und verschlüsselt verschickt.
Einen Laptop mit Secursus versichern
High-Tech-Geräte sind in unseren Bedingungen ausdrücklich als versicherte Waren genannt. Eine Freigabe der Verpackung vor dem Versand ist für Laptops nicht nötig. Die Verpackung muss trotzdem passen: Einen Schaden durch ungeeignete Verpackung, wie beim lose aufliegenden Netzteil im Beispiel oben, ersetzen wir nicht.
Wir versichern den Laptop zum Wert laut Rechnung, für 1.400 € also 14 €, ohne Selbstbehalt. Nicht gedeckt sind Datenverlust, rein kosmetische Schäden wie Kratzer und Funktionsstörungen ohne Transportereignis.
Das Gerät muss gegen Unterschrift zugestellt werden. Privatpersonen versichern bei uns gebrauchte Geräte mit einem schriftlichen Kaufvertrag als Beleg, Verkäufe zwischen Privatpersonen über Online-Marktplätze wie Kleinanzeigen sind aber ausgeschlossen. Was Sie bei einem beschädigten Gerät tun, erklärt unser Hinweis Schaden melden.
Häufige Fragen
Darf ich einen Laptop mit Akku bei DHL verschicken? Ja, im nationalen Versand mit eingebautem Akku bis 100 Wh, wenn der Akku unbeschädigt ist und sich das Gerät nicht versehentlich einschalten kann.
Kann ich einen Laptop ins Ausland schicken? Bei DHL sind Gefahrgüter für Privatkunden im internationalen Versand grundsätzlich ausgeschlossen. Klären Sie den Versand vorab mit dem Transporteur oder nutzen Sie einen Geschäftskundenvertrag.
Darf ich einen Laptop mit Hermes verschicken? Hermes schließt Sendungen aus, die Gefahrgutvorschriften unterliegen, und lässt höchstens 500 € Warenwert zu. Für Laptops ist DHL der sicherere Weg.
Muss der Akku aus dem Laptop heraus? Nein, ein eingebauter, unbeschädigter Akku darf bei DHL im Gerät bleiben. Einen einzelnen Akku verschicken Privatkunden besser nicht.
Wie verpacke ich einen Laptop ohne Originalkarton? Karton im Karton, Außenkarton mindestens 14 cm größer als der innere Karton, rundum 6 cm Polster, Gerät ausgeschaltet, Zubehör separat.
Sind meine Daten versichert? Nein. Eine Versicherung ersetzt das Gerät, nicht die Daten. Machen Sie vor dem Versand eine Sicherung.
Was zahlt DHL, wenn mein Laptop verloren geht? Bis 500 €, mit Transportversicherung bis 2.500 € oder 25.000 €.
Quellen
Alle Quellen abgerufen am 17.10.2026.
- DHL, Gefahrgut versenden
- DHL, Gefahrgutregelungen Teil 2, Stand 07/2025
- DHL, Verpackungsratgeber für elektronische Waren
- Hermes, AGB Privatpaketservice, Stand 18.02.2026
- UPS, Batterien versenden
- UPS, Häufige Gefahrgüter: Geräte zur Reparatur
- Verbraucherzentrale, Smartphone und Laptop verkaufen: Daten sicher löschen
- BSI, Daten endgültig löschen
- Apple, Mac zur Reparatur einschicken
Dieser Artikel wurde von Valentin Scemama verfasst, einem Experten für Versicherungen und Logistik.


