Sammelkarten versenden: Pokémon, Magic und Grading sicher verschicken
Sammelkarten sind dünn, leicht und schnell verbogen, und eine einzelne Karte kann mehr wert sein als ein Laptop. In einer gemeinsamen Mitteilung mit dem Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) nannte das Marktforschungsinstitut Circana 2025 „das Jahr der Trading Cards", und mit Cardmarket sitzt der größte europäische Marktplatz in Berlin. Dieser Ratgeber zeigt, welche Versandart Cardmarket verlangt, was ein Brief oder Einschreiben bei Verlust ersetzt, wie Sie Karten und gegradete Slabs verpacken und wie Sie wertvolle Sendungen mit einer Paketversicherung absichern.
Das Wichtigste in Kürze
- Cardmarket verlangt eine Versandart mit Sendungsverfolgung für Bestellungen über 25 €, bei neuen Verkäufern teilweise schon ab 10 €.
- Ein einfacher Brief wird bei Verlust nicht ersetzt. Ein Einschreiben ersetzt 20 € (Einwurf) oder 25 € (Übergabe), ein Einschreiben Wert bis 500 €.
- Verpackung: Penny Sleeve, Toploader ab etwa 30 € Kartenwert, Karton als Versteifung, kein Fensterumschlag.
- PSA grading jetzt auch in Frankfurt. Den Versand dorthin müssen Sie selbst versichern.
Stand: Hilfeseiten von Cardmarket und PSA sowie Preise der Deutschen Post (gültig ab 01.07.2026), abgerufen am 17.10.2026.
Was Cardmarket beim Versand verlangt
Cardmarket schreibt vor, wann eine Sendung nachverfolgbar sein muss:
- jede Bestellung mit einem Wert über 25 €;
- bestimmte Bestellungen über 10 € bei neuen Verkäufern;
- alle Bestellungen von Verkäufern mit zu vielen nicht angekommenen Sendungen, etwa wenn ihre Verlustquote über 2 % liegt.
Für Briefe ohne Sendungsverfolgung nennt Cardmarket Richtwerte: bis 20 g etwa 4 Karten, bis 50 g etwa 17 Karten, bis 100 g etwa 40 Karten.
Wenn eine Sendung verloren geht:
| Fall | Was passiert |
|---|---|
| Brief ohne Sendungsverfolgung | Der Käufer kann ihn 30 Tage nach Versand als verloren melden. Der Verkäufer kann dann erstatten |
| Sendung mit Sendungsverfolgung | Der Verkäufer reklamiert bei der Post, Inhalt angeben als Spielwaren |
| Postalische Nachforschung | Erst 30 Tage nach Versand möglich. Cardmarket startet keine Nachforschungen für Nutzer |
| Als zugestellt, aber nicht erhalten | Reklamation innerhalb einer Woche |
Mit dem Treuhandservice hält Cardmarket die Zahlung zurück, bis der Käufer den Empfang bestätigt. Er gilt für nachverfolgbare Sendungen.
Ein Beispiel: Ein Verkäufer schickt eine Bestellung über 60 € als Standardbrief, um 2,35 € für das Einschreiben zu sparen. Der Brief kommt nicht an, der Käufer meldet ihn nach 30 Tagen als verloren. Der Verkäufer erstattet die 60 €, die Post ersetzt nichts, und bei Cardmarket hat er gegen die Pflicht zur Sendungsverfolgung über 25 € verstoßen.
Brief, Einschreiben oder Paket?
| Versandart | Preis 2026 | Haftung bei Verlust | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Standardbrief (bis 20 g) | 0,95 € | Keine | Einzelne günstige Karten |
| Kompaktbrief (bis 50 g) | 1,10 € | Keine | Kleine Lots |
| Großbrief (bis 500 g, 2 cm) | 1,80 € | Keine | Karten mit Toploader |
| Einschreiben Einwurf | Porto + 2,35 € | 20 € | Bestellungen über 25 € |
| Einschreiben (Übergabe) | Porto + 2,65 € | 25 € | Wertvollere Bestellungen, mit Unterschrift |
| Einschreiben Wert | Porto + 4,45 € | Bis 500 € Sachwert | Einzelkarten bis 500 €, nur in der Filiale |
| DHL Paket | ab 6,19 € (2 kg, online) | 500 € | Slabs, Displays, große Lots |
Im Inland dürfen Briefe kleine Waren enthalten, ins Ausland nur Dokumente. Ab dem 01.01.2027 ändern sich die Formate: Großbrief bis 3 cm und 1.000 g, Maxibrief nur noch bis 3 cm statt 5 cm, dafür bis 2.000 g. Dicke Toploader-Stapel passen dann nicht mehr in einen Maxibrief. Die Details zu allen Einschreiben-Varianten erklärt unser Ratgeber Einschreiben Einwurf, Übergabe oder Wert.
Karten richtig verpacken
Einzelkarten und kleine Lots (nach Cardmarket):
- Jede Karte in einen Penny Sleeve, höchstens 4 Karten je Sleeve.
- Ab einem Kartenwert von etwa 30 € zusätzlich ein Toploader.
- Zwischen zwei zugeschnittene Kartonstücke legen und fixieren, damit nichts knickt.
- Kein Fensterumschlag, und Cardmarket rät von Luftpolsterumschlägen ab. Bei größeren Bestellungen lieber ein kleiner Karton.
Gegradete Karten (Slabs) und Displays:
- Slab in Luftpolsterfolie wickeln.
- In einen festen Karton, Hohlräume füllen, Schütteltest.
- Für mehrere Slabs oder versiegelte Displays einen zweiten Außenkarton verwenden.
Neutral beschriften: kein Hinweis auf Pokémon, Magic oder den Wert außen auf der Sendung. Fotos vom Inhalt und vom verschlossenen Paket gehören vor jeden wertvollen Versand.
Karten zum Grading schicken: PSA in Frankfurt
PSA hat in Frankfurt sein erstes großes Grading-Zentrum auf dem europäischen Festland eröffnet. Seit dem 15.09.2026 können alle Sammler in der EU dort einreichen. Der Standard-Service kostet 59,99 US-Dollar je Karte, bei einem versicherten Höchstwert von 1.000 US-Dollar.
Wichtig für den Versand:
- PSA verlangt für das Einreichen Card Saver (halbstarre Hüllen) statt Toploadern, die Karte vorher in einem Penny Sleeve.
- Das Paket mit Luftpolsterfolie in einen neuen Karton, Hohlräume füllen.
- Die Versicherung liegt bei Ihnen: PSA schreibt, dass Kunden ihre Pakete zu PSA selbst versichern müssen, etwa über einen Versicherungsvertreter oder Makler, und übernimmt für den Hinweg keine Verantwortung. Den Rückversand versichert PSA selbst, mit Unterschrift.
Angenommen, eine Sammlerin schickt fünf Karten im Wert von zusammen 4.000 € als DHL Paket nach Frankfurt, ohne Zusatzversicherung. Das Paket geht verloren. DHL haftet mit 500 €, PSA mit nichts, denn die Karten waren noch nicht angekommen. Die restlichen 3.500 € trägt sie selbst.
Sammelkarten mit Secursus versichern
Sammelobjekte sind in unseren Bedingungen ausdrücklich als versicherte Waren genannt. Bei Karten entscheidet aber die Versandart darüber, ob der Schutz greift. Ein Einwurf-Einschreiben oder ein einfacher Brief ist bei uns nicht versichert, weil niemand unterschreibt. Und eine Luftpolstertasche decken wir höchstens bis 200 €.
Nehmen wir einen Händler, der eine Karte für 450 € im Luftpolsterumschlag als Einschreiben mit Übergabe verschickt und sie bei uns versichert. Geht der Umschlag verloren, erhält er höchstens 200 €. In einem kleinen festen Karton mit Doppelverpackung wären die vollen 450 € gedeckt gewesen, für 4,50 €. Die Sammlerin aus dem PSA-Beispiel hätte ihre 4.000 € für 40 € absichern können, vorausgesetzt, sie hätte den Wert mit einer Rechnung belegen können, die nicht älter als zwei Monate ist.
Versichert sind gewerbliche Händler, auch Profi-Verkäufer auf Cardmarket, nicht aber Verkäufe zwischen Privatpersonen über Online-Marktplätze. Für eine Karte, die seit Jahren in einer Sammlung liegt, fehlt meist ein aktueller Beleg: Welche Unterlagen gelten, steht im Hinweis zum Wertnachweis im Schadensfall. Wie Sie einen Verlust melden, beschreibt unser Hinweis für Kunden, und wie Sie andere wertvolle Sendungen absichern, unser Ratgeber.
Häufige Fragen
Wie verschicke ich Pokémon-Karten am günstigsten? Einzelne günstige Karten im Penny Sleeve zwischen zwei Kartonstücken als Standardbrief für 0,95 €. Bei Cardmarket ist ab 25 € Bestellwert eine Sendung mit Sendungsverfolgung Pflicht.
Ab welchem Wert muss ich bei Cardmarket per Einschreiben versenden? Ab einem Bestellwert über 25 €, bei neuen Verkäufern teilweise schon ab 10 €.
Was ersetzt die Post, wenn ein Brief mit Karten verloren geht? Beim einfachen Brief nichts. Beim Einwurf-Einschreiben 20 €, beim Einschreiben mit Übergabe 25 €, beim Einschreiben Wert bis 500 €.
Toploader oder Card Saver? Für den normalen Versand an Käufer sind Toploader üblich. Für Einreichungen bei PSA verlangt PSA Card Saver und rät von Toploadern ab.
Muss ich den Versand zu PSA versichern? Ja, PSA übernimmt für den Hinweg keine Verantwortung und verweist auf eine eigene Versicherung.
Darf ich Sammelkarten ins Ausland per Brief schicken? Nein, ins Ausland dürfen Briefe nur Dokumente enthalten. Für Waren ins Ausland nutzen Sie ein Päckchen oder Paket.
Sind Karten in einer Luftpolstertasche bei Secursus versichert? Ja, aber höchstens bis 200 €. Für höhere Werte verlangen wir eine feste Doppelverpackung.
Quellen
Alle Quellen abgerufen am 17.10.2026.
Dieser Artikel wurde von Valentin Scemama verfasst, einem Experten für Versicherungen und Logistik.


